Brillenversorgung: noch keine Entwarnung für Bedürftige – Pressemitteilung des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V.

Brillenversorgung: noch keine Entwarnung für Bedürftige – Pressemitteilung des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V.

Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung verpflichtet Krankenkassen erst ab einer bestimmten Glasstärke zur Kostenübernahme / Vinzenz-Konferenzen und youngcaritas halten Petition aufrecht

Paderborn, 22.02.17 (cpd) – Die Vinzenz-Konferenzen und die Initiative youngcaritas im Erzbistum Paderborn fordern weiterhin die Finanzierung von Brillen für bedürftige Menschen unabhängig von deren Sehleistung. In der Vorwoche hatte der Bundestag mit dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung die Krankenkassen dazu verpflichtet, Brillen ab einer Glasstärke von 6 Dioptrien bzw. bei einer Hornhautverkrümmung ab 4 Dioptrien zu zahlen. „Trotz dieser Verbesserung bleibt ein großer Teil des Problems bestehen“, betont Linda Kaiser, youngcaritas-Referentin im Erzbistum. „Armutsgefährdete Menschen, die unterhalb dieser Dioptrien-Werten liegen, müssten ihre Brille immer noch selbst finanzieren, ob sie können oder nicht.“ Nicht alle Brillenträger seien in der Lage, ihre Brille jahrelang zu tragen. Brillenträger, bei denen sich häufig die Sehstärke verändert, hätten bei einem geringen Einkommen kaum Zeit zum Ansparen einer Brille.

Vermisst wird außerdem eine Evaluation zur Situation von armutsgefährdeten Brillenträgern. „Die Anzahl betroffener Personen, die sich keine Brille leisten kann, lässt sich nur überschlägig durch die Zahl der Brillenträger in der Bevölkerung und die Anzahl armutsgefährdeter Menschen ermitteln“, weiß Matthias Krieg, Geschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. Hier fehle die systematische Erfassung von Daten zum Umfang des Problems. Immerhin gehe aus einer Antwort der NRW-Landesregierung auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage hervor, dass armutsgefährdete Brillenträger eine geringe Bereitschaft aufweisen, sich eine neue passgenaue Brille zu kaufen.

Die youngcaritas im Erzbistum Paderborn und Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn  fordern, dass alle sozial schwächer gestellten Menschen Anspruch auf die Finanzierung einer Brille erhalten – unabhängig von Dioptrien-Zahl oder Grad der Sehschwäche. Die Forderung kann im Netz im Rahmen einer Petition unterstützt werden: www.openpetition.de/!durchblick.

 

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Über Daniel Schulte

Diplom-Sozialarbeiter, tätig in den Bereichen Sozial- und Erwerbslosenberatung, sowie als Männerberater